Katastrophale Zustände und Zynismus in Erstaufnahmestelle LaGeSo


Flüchtlingskrise in Erstaufnahmestelle LaGeSo in Berlin

Seit Tagen warten mehrere hundert Flüchtlinge vor dem LaGeSo bei Hitze von über 35 Grad vor der Erstaufnahmestelle am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) im Berliner Ortsteil Moabit.
Wie viele es genau sind, ist nicht klar. Eine Sprecherin der Stadt sagte, allein am Donnerstag, 6. August 2015 hätten 1.900 Flüchtlinge bei der Behörde vorgesprochen.

Die katastrophalen Zustände haben eine Welle der Hilfsbereitschaft unter Berlinern ausgelöst. Über die Facebookgruppe „Moabit hilft“ verabredeten sich Freiwillige am Freitag, 7. August 2015, den dort zu Hunderten im Freien wartenden Menschen, darunter sehr viele Kinder, schwangere Frauen und geschwächte Menschen mit Wasser und Lebensmitteln, Decken, Hygieneartikeln und Eis zu versorgen. Der Malteser Hilfsdienst übernahm die Verteilung von Wasser.

Im LaGeSo selbst gab es einen Toilettencontainer mit vier Klos – zwei für Frauen, zwei für Männer. Diese waren allerdings nicht zugänglich und fest verschlossen.
Zwei Dixi-Toiletten nahe am Haus J wurden nicht geleert, sind total überfüllt, was sich auch schon von außen sichtbar machte. Ein Flüchtling erzählte mir, das er für 50 Cent bei einer nahegelegenen Toilette seine Notdurft auf Grund dessen verrichtet. Hygiene – auch eine Katastrophe – seitens LaGeSo!

Polizeieinsatz:
Zum frühen Abend kam es zu emotionalen Unruhen zwischen Flüchtlingen und der Security, worauf eine Hunderschaft der Polizei erschien.
Gegenüber von Haus J mussten Flüchtlinge die Wiese räumen, die Presse wurde dort teils schon „abgeschirmt“, bzw. hat man das seitens der Polizei versucht.
Die Polizei/Security ging nach Augenzeugenaussagen später mit Pfefferspray gegen freiwillige Helfer, Flüchtlinge und Journalisten vor. Dabei sollen nach unbestätigten Angaben auch Flüchtlingskinder in Mitleidenschaft gezogen worden sein.
Bestätigt ist auf jeden Fall, das einem Journalisten die Speicherkarte abgenommen wurde. Quelle: PM.Cheung.Photography

Zynismus von LaGeSo:
Während dieser katastrophalen Umstände, findet ein Sprecher von LaGeSo, der namentlich nicht erwähnt werden möchte; dazu nur folgende, zynische Worte, ZEIT online schreibt:
[…] „Ein Sprecher des Landesamtes, der nicht namentlich genannt werden will, sagt dagegen, es sei alles nicht so schlimm. Die Leute bekämen eine Unterkunft zugewiesen, es gäbe sanitäre Anlagen und verdurstet sei auch niemand. Die Wasserbetriebe hätten mehrere Tausend Liter Wasser in Plastiktüten zur Verfügung gestellt. Dass Leute für etwas länger anstehen, kenne man schließlich auch von Apple-Kunden.
Das Landesamt ist kein Beherbergungsbetrieb, sondern eine Behörde‘, sagt er. Manche der Asylbewerber schliefen sowieso lieber auf der Straße. Die Hilfe der Freiwilligen sei nett gemeint, es müsse aber ordentlich zugehen.“ […]

Die Lage empfand ich den ganzen Tag über – seitens der dort Zuständigen/Verantwortlichen als chaotisch, unübersichtlich, unmenschlich und ohne Struktur.
Entgegen dem „unbekannten Sprecher“ von LaGeSo kann ich nur sagen – das hier die freiwillige Hilfe aus der Bevölkerung die war – die am am ordentlichsten, humansten und die am respektvollsten war.

Zwischen all diesen Bildern gab es aber immer wieder strahlende Kinderaugen und freudige Gesichter. Ob beim verteilen von Lebensmitteln, Decken, Hygiene, Eis oder am Kindermalstand von „Moabit hilft“. Das waren die kleinen Momente des Glücks an diesem Tag.  Die die Beschämung „etwas erträglicher“ machten.

Am Abend wurde das private Gelände von LaGeSo durch die Polizei „geräumt“. Flüchtlinge kamen (über das Wochenende) mit Bussen in Notunterkünfte. Viele von ihnen werden jedoch sicherlich im Tiergarten – vor dem LaGeSo-Gelände übernachten, um am Montag zeitig wieder in der Schlange zu stehen…und evtl. vorzusprechen.

Die Menschen hier kommen aus aller Welt: aus Syrien, dem Irak, Eritrea, Afghanistan, Serbien, eine Gruppe von Sinti und Roma. Auch ein Ägypter ist dabei.

Strafanzeige gegen den Sozialsenator:
Oliver Höfinghoff, ehemaliger Vorsitzender der Piratenfraktion und Mitglied des Abgeordnetenhauses, stellte eigenen Angaben zufolge inzwischen Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen den zuständigen Sozialsenator Mario Czaja (CDU) und gegen Franz Allert, den Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales.

Hier hat nicht nur die Stadt Berlin ansich, sondern auch die zuständigen Behörden, der Senat und die Politik total versagt.

ALLE FOTOS GIBT ES HIER AUF FLICKR!

© Sozialfotografie [►] StR, Mail: sozialfotografie@gmx.de

Die Bilder sind in druckbarer Qualität und Original vorhanden.

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Vielen Dank!
Stand: August 2015

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