Nicht in unserem Namen – Juden gegen Rassismus


Kundgebung nahe der jüdischen Synagoge // Kritik bei/nach der Veranstaltung

Unter dem Motto: „Nicht in unserem Namen – Juden gegen Rassismus“ demonstrierten gestern Abend etwa 70 Menschen vor der Synagoge in der Oranienburger Straße gegen die Äußerungen des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der Obergrenzen für Flüchtlinge gefordert hatte.

Im Text der Veranstaltung hieß es:
Wir, die Juden Berlins und unsere nichtjüdischen Freunde, erheben unsere Stimme gegen die völlig inakzeptablen Äußerungen des Zentralrats. Wir erwarten, dass der Zentralrat der Juden sich für die Unterdrückten dieser Welt einsetzt, statt gegen sie zu hetzen. Wir schämen uns für und distanzieren uns ganz ausdrücklich von den rassistischen Aussagen Josef Schusters.
Vielmehr erinnern wir an die furchtbaren Szenen verzweifelter Menschen, die zu Fuß durch Europa laufen, und an die tödlichen Konsequenzen flüchtlingsfeindlicher Überzeugungen und willkürlicher Flüchtlingsquoten, die einem großen Teil unserer eigenen Gemeinschaft einst das Leben kostete. Für uns bedeutet “Niemals wieder!”, dass wir Flüchtlinge jeder Glaubensrichtung und jeder Herkunft Willkommen heißen werden, statt zu Mitläufern zu werden in einer Gruppe von Hetzern und Pauschalisieren.

Bei der Kundgebung sprachen unter anderem der Rabbinatsstudent Armin Langer von der Salaam-Schalom Initiative und der Publizist Micha Brumlik. Die Demonstranten zündeten Kerzen an und hielten Schilder hoch. Auf einem Plakat stand auf Hebräisch: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Außerdem wurde zur Aufnahme von „sechs Millionen Flüchtlingen“ aufgerufen.

Erste Kritik [1] eines Teilnehmers und/oder Aktivisten, der daraufhin die Veranstaltung wieder verließ, gab es um den Mit-Erstanmelder Yossi Bartal [2], von der israelischen Antikriegsorganisation „Anarchists Against the Wall„. Dieser hatte laut Conne Island (2007) seinen Aktivismus wie folgt zitiert: […] „Natürlich demonstrieren wir immer mit Hamas, Islamischem Djihad, Nationalisten, rassistischen Leuten und kämpfen mit ihnen für die selben Ziele. Aber es gibt da immer ein Problem: Wie können wir Anarchismus, Tierrechte, Frauenrechte und Rechte für queers hochhalten während wir mit Leuten zusammen arbeiten, die dagegen sind?“ […]

Weiterhin beteiligt sich Bartal an BDS-Boykottaktionen, was ebenfalls von einzelnen bemängelt wurde. Jüngst startete er eine versucht provokante Diskussion bei RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus), wo es um diese Meldung ging.

Zwei Rückmeldungen nach der Veranstaltung:

David G. schreibt: „Das nennt man gemeinhin Geschichtsrevisionismus“. Weiterhin: „Euer Schluss aus der Sache ist eben nicht so einfach, wie von Euch herbeigewünscht. Ihr missbraucht -ungefragt- Familienangehörige für Euren shoahrelativierenden und pietätlosen Linkspopulismus. Dabei sollte man annehmen, dass Ihr aus Euren eigenen Familiengeschichten es besser wissen solltet. Ihr setzt objektive Bedrohung (aktuelle Situation) mit subjektiver Bedrohung (Shoah) gleich und baut darauf eine Argumentation auf, fern von irgendwelchem Rationalen oder der Realität. Nur, damit man auch mal was dazu gesagt hat. Das ist ziemlich perfide und wie schon erwähnt, glücklicher- und natürlicherweise blieb Euer großer Putsch ja gestern aus.
Ihr schadet Euch (und ja, auch mir und allen anderen Juden in Deutschland) mit Eurer schallenden Kritik am „Apartheidsstaat“ Israel. Ihr generiert damit neue Antisemiten, die sich auf Euch berufen können – Beispiel: Hecht-Galinski. Da fragt man sich, woher diese bodenlose, nicht vorhandene Reflexion kommt… Nochmal in aller Klarheit: Ihr schadet Euch und mir und tausenden Juden in Deutschland und seid Wegbereiter für Antisemitismus!“

Martin S.schreibt:Es ist einfach eine ziemlich schamlose Instrumentalisierung der Schoah“.


Jüdische Allgemeine // Protest gegen Zentralrat
taz // Kommentar zur Debatte um Josef Schuster – seien wir also ehrlich miteinander

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Vielen Dank!
Stand: November 2015

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