Love will win! Berlin solidarisch mit Istanbul Pride

ISTANBUL PRIDE NIEDERGESCHLAGEN – Berlin solidarisiert sich mit den Demonstrantinnen und Demonstranten in Istanbul – gegen Gewalt an der LGBTI*Community in Istanbul

[…] Die menschrechtsverachtenden Verhältnisse, die mit Polizeigewalt bei der diesjährigen „Istanbul Pride“ durchgesetzt wurden, fordern unsere Solidarität. Die türkische Regierung hat deutlich gezeigt, welche Mittel sie gegen Homosexuelle, Trans* , queer, bisexuelle und Intersexuelle einsetzen. Das dürfen wir nicht unbeachtet lassen. Am Montag, 29. Juni 2015 um 17 Uhr wurde ein klares Zeichen vor der Türkischen Botschaft in Berlin gesetzt! […] Continue reading „Love will win! Berlin solidarisch mit Istanbul Pride“

VARDIK, VARIZ, VAROLACAĞIZ – X-Berg Istanbul Pride

Demo: VARDIK, VARIZ, VAROLACAĞIZ // UNS GAB ES, UNS GIBT ES, UNS WIRD ES GEBEN

Die Organisator*innen Gladt e.V. hatten anlässlich des brutalen und gewaltvollen Vorgehens in der Türkei einen Aufruf zur Demonstration veröffentlicht. „VARDIK, VARIZ, VAROLACAĞIZ – Uns gab es, uns gibt es, uns wird es geben“.
Start war am Kottbusser Tor, der Abschluss am Heinrichplatz. Continue reading „VARDIK, VARIZ, VAROLACAĞIZ – X-Berg Istanbul Pride“

Behindert & verrückt feiern – Pride [►] Berlin, 2014

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2. Pride Parade in Berlin am 12. Juli 2014 – Freaks und Krüppel, Verrückte und Lahme machen Party

Wer nicht in die herrschende Norm paßt, wird ausgegrenzt. Auf diese schlichte Formel läßt sich der gesellschaftliche Umgang mit körperlich, psychisch oder kognitiv Behinderten bringen. Obgleich die Bundesregierung beteuert, die in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehene »Inklusion« umsetzen zu wollen, ist ein Blick auf die sozialen Realitäten ernüchternd. So haben die vom US-Soziologen Erving Goffman beschriebenen »totalen Institutionen« keineswegs ausgedient. Knapp 300000 Personen, Tendenz steigend, arbeiten bundesweit in sogenannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Ihnen bleibt der Status als »Arbeitnehmer« versagt. Bei einer Wochenarbeitszeit von mindestens 35 Stunden können sie durchschnittlich etwa 160 bis 180 Euro im Monat verdienen. Die WfbM sind ein Wirtschaftsfaktor, viele von ihnen fungieren als Zulieferer für die Industrie. Der Zugang zum regulären Arbeitsmarkt bleibt vielen verwehrt. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung finden von jährlich 50000 behinderten Schulabgängern nur etwa 3500 einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Nur jeder vierte Betrieb hat in den letzten Jahren Behinderte ausgebildet.

Auch die Psychiatrie macht seit einigen Jahren wieder negative Schlagzeilen. Bekannt wurden vor allem Gustl Mollath und der hessische Linken-Politiker Dennis Stephan, weil ihre psychiatrischen Zwangsunterbringungen auf Gerichtsurteilen beruhten, die sich als haltlos herausgestellt hatten. Abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit nimmt die Zahl der unfreiwilligen Einweisungen zu: Während im Jahr 2000 rund 92000 Menschen zwangsweise in die Psychiatrie mußten, waren es 2011 bereits 135000, wobei im Westen mehr Menschen betroffen waren als im Osten (taz, 19.9.2012).

Gegen derartige Zustände ruft ein Bündnis aus behindertenpolitischen und psychiatriekritischen Gruppen für Samstag zu einer Demonstration in Berlin auf. Zu den Organisatoren gehören der Arbeitskreis »mit_ohne Behinderung«, der AK Psychiatriekritik der Berliner Naturfreundejugend, das Gen-ethische Netzwerk und die Kritischen Feministinnen. »Behindert und verrückt feiern« lautet das Motto der bereits zum zweiten Mal stattfindenden »Pride Parade«. »Seit Jahrhunderten werden Behinderung, Krankheit und Verrücktheit schamvoll versteckt und normiert – obwohl das alles zum Leben dazugehört«, heißt es im Aufruf. Die Forderungen sind nicht im üblichen Politikjargon, sondern beinahe poetisch formuliert: »Barrieren ins Museum! Schubladen zu Sägemehl! Diagnosen zu Seifenblasen!«

Inspiriert wurde die Veranstaltung offensichtlich durch »Disability Pride Parades« und »Mad Pride Weeks«, wie sie im angelsächsischen Raum seit etwa zehn Jahren stattfinden. Kundgebungen zum Christopher Street Day für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transsexuellen werden ebenfalls als »Pride Parades« bezeichnet. Dazu paßt, daß zwei Aktivistinnen des Vorbereitungsbündnisses auf dem diesjährigen alternativen »Kreuzberger CSD« sprachen. »Pride« möchten die Veranstalter nicht mit »Stolz«, sondern mit »Selbstbewußtsein« übersetzen. Sinngemäß lautet ihre zentrale Botschaft: Wir sind gut, wie wir sind, aber die gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen wir leben, sind es nicht. War allerdings im vergangenen Jahr noch, wenn auch etwas vage, die Rede von einem »kapitalistischen Zwang, funktionieren zu müssen«, so fehlt dieser Hinweis im aktuellen Aufruf.

Eine Parade ist keine Latschdemo. Die Teilnehmenden sind eingeladen, ihren Protest mit Musik, Tanz und Kostümierungen zu verbinden. Alle Redner und Künstler sind in der ein oder anderen Weise persönlich vom Thema betroffen. Es sprechen unter anderem Vertreter des Bündnisses »Zwangsräumungen verhindern!«, des Vereins »Mina – Leben in Vielfalt« und der Inklusionären Queers Berlin. Bei der Abschlußkundgebung treten Alice Dee auf (siehe Interview) und die Band Blind & Lame, DanceAbility Wien; Deaf Kat Night und Yansn rappen in Gebärdensprache.

Quelle: Junge Welt

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Stand: Juli 2014

26. Christopher Street Day [►] Berlin 2004

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CSD 2004 in Berlin: „Homokulturell, Multisexuell, Heterogen”

Mit einer schrill-bunten Parade haben Schwule und Lesben in Berlin beim 26. Christopher Street Day für mehr Toleranz und Gleichberechtigung demonstriert. Bis zu 300 000 Menschen kamen laut Polizei am Samstag zu dem Spektakel in der Hauptstadt. Die traditionelle Demonstration, die unter dem Motto „Homokulturell, Multisexuell, Heterogen“ stand, wurde von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eröffnet. „Wir sind noch lange nicht soweit, das alles gleichgestellt ist“, sagte der bekennende Homosexuelle. Die Schwulenparade sei auch eine Mahnung an die Gesellschaft, gegen Benachteiligungen vorzugehen.

Noch gebe es Mobbing und Diskriminierung von Homosexuellen, sagte Wowereit. „Mann muss sich nicht verstecken, auch wenn man eine andere sexuelle Orientierung hat“. Er forderte CDU und CSU auf, Erweiterungen beim Lebenspartnerschaftsgesetz im Bundesrat nicht länger zu blockieren.

Auf 52 geschmückten Trucks von Initiativen, Clubs und der Berliner Feuerwehr tanzten hunderte Teilnehmer in extravaganten und fantasievollen Outfits. Darunter war auch der SPD-Politiker Wowereit im bunten Hawaii-Hemd. Schaulustige säumten die acht Kilometer lange Strecke vom Kurfürstendamm durch die Innenstadt zur Siegessäule, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Laut Polizei kamen weniger Menschen als von den Veranstaltern erwartet, die mit einer halben Million Besuchern gerechnet hatten.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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Stand: Juni 2004